Dieser Text richtet sich an Eltern, die erwachsene Kinder haben und bei denen der Kontakt von Seiten der Eltern beendet wurde.
Es geht nicht darum, erwachsene Kinder schlechtzumachen oder zu verurteilen. Jede Familie hat ihre eigenen Prägungen, Werte und Muster, die oft über Generationen weitergegeben werden.
Mir geht es darum, ein Tabuthema anzusprechen:
Dürfen Eltern den Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern abbrechen?
Dabei geht es nicht um kleine und schutzbedürftige Kinder, sondern um erwachsene Menschen und die Beziehung zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern.
Dass Eltern den Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern beenden, kommt häufiger vor, als viele denken.
Doch oft wird darüber geschwiegen – aus Scham, Angst und Schuldgefühlen.
In meiner langjährigen Arbeit mit Klienten höre ich immer wieder von Müttern und Vätern, die sich von ihren erwachsenen Kindern:
Manchmal wird ihnen sogar der Kontakt zu den Enkelkindern verwehrt.
Gespräche über Probleme oder gemeinsame Lösungen werden häufig abgelehnt.
Viele Eltern unterstützen ihre Kinder weiterhin – aus Liebe.
Sie helfen bei der Betreuung der Enkel, geben finanzielle Unterstützung oder übernehmen Aufgaben, obwohl sie selbst kaum noch Kraft haben.
Nicht selten entstehen dabei starke Schuldgefühle:
„Ich muss helfen.“
„Ich darf mein Kind nicht enttäuschen.“
Doch irgendwann kommen manche Eltern an einen Punkt, an dem keine Reserven mehr vorhanden sind.
Eltern sind ebenfalls Menschen.
Natürlich haben sie nicht immer alles richtig gemacht. Wie auch? Sie selbst wurden durch ihre eigene Erziehung und ihre persönlichen Erfahrungen geprägt.
Auf die Elternrolle wird niemand perfekt vorbereitet. Viele orientieren sich an dem, was sie selbst aus ihrer Ursprungsfamilie kennen.
Es gibt viele Bücher und Gespräche darüber, wie Kinder sich von Eltern lösen oder den Kontakt abbrechen.
Immer häufiger hört man von erwachsenen Kindern, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Mutter oder Vater haben.
Doch wenig wird darüber gesprochen, wenn Eltern selbst diesen Schritt gehen.
Was auch immer die Gründe sind:
Wenn erwachsene Kinder das Recht haben, eine Entscheidung für sich zu treffen – dürfen Eltern dieses Recht ebenfalls haben.
Am Ende gibt es oft keine Gewinner. Beide Seiten können verletzt sein und beide Seiten können ihren Anteil tragen.
Wenn kein Austausch mehr möglich ist, Gespräche nicht mehr stattfinden und Eltern dauerhaft leiden, kann es manchmal notwendig sein, eine Grenze zu ziehen.
Schmerz darf da sein – aber dauerhaftes Leiden muss nicht sein.
Auch Eltern tragen Verantwortung:
Für ihr eigenes Leben.
Für ihre eigene Kraft.
Für ihr eigenes Wohlbefinden.
In diesem Sinne.
Carmen
Lass uns gemeinsam den nächsten Schritt auf deinen Weg gehen.
“ Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen, und dich mit Herz, Intuition und Erfolg zu begleiten. „
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